Gespräch mit einem Hotelboy

Wir treffen ihn in unserem Zimmer an, wo er gerade dabei ist unsere Handtücher auf dem Bett zu einem Schwan zu modellieren. Er lächelt uns an und begrüßt uns. „Jambo“ sage ich und es entsteht eine Unterhaltung.

Der Mann spricht gutes Englisch. Jabari ist 57 Jahre alt, soweit er weiß. Er ist verheiratet und hat 2 Kinder. Seine Familie lebt im 150 km entfernten Voi. Er sagt er arbeitet hier schon viele Jahre. Er hat sich ein Zimmer in Ukunda gemietet, von wo er jeden Morgen in aller Frühe aufbricht, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Der Durchschnittsverdienst in Kenia liegt ungefähr bei 50 Euro im Monat. Soviel bekommt Jabari nicht. Er arbeitet oft 10 oder mehr Stunden am Tag, manchmal auch 7 Tage in der Woche, für 1 Euro pro Tag. Will er seine Familie durchbringen, die Miete zahlen und sich die Fahrt zu Frau und Kindern leisten können, die er oftmals nur einmal im Monat sieht, ist er auf Trinkgeld angewiesen.

Jabari ist stets freundlich und zuvorkommend, auch wenn es mal kein Trinkgeld gibt. Das wird erwartet. Wenn sich jemand über ihn beschwert, ist er schnell seinen Job los, teilt er uns mit und lächelt dabei!

 

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