Ein Tag in Botswana

Der heutige Tag führt uns nach Botswana. In der Frühe legen wir erst einmal wieder zweieinhalb Stunden Fahrt zurück. Der Weg führt zurück nach Kongola und von dort aus wieder den Caprivi Streifen entlang Richtung Osten über Katima Mulilo zum Grenzübergang in Ngoma.

Die Formalitäten sind schnell erledigt. Nach einer halben Stunde hat jeder Mitreisende seinen Botswana-Stempel im Reisepass und die Fahrt kann weitergehen.

Unterwegs zu unserer Unterkunft in Kasane, nahe dem Vierländereck zwischen Sambia, Namibia, Simbabwe und Botswana, in dessen Nähe auch das östliche Ende des Caprivi Streifens liegt, kommt es beinahe noch zu einem Unfall der besonderen Art.

Aus dem Dickicht links der gut ausgebauten Straße bricht eine ausgewachsene Giraffe hervor und läuft uns direkt vor den Bus. Zum Glück reagiert unser Fahrer sehr schnell und kann ausweichen. Das anmutige Tier läuft noch einige hundert Meter im gestreckten Galopp vor uns her, bevor es dann endlich rechts von der Straße wieder im Gestrüpp verschwindet.

Nach einer Weile erreichen wir den Ort Kasane, wo wir in der Chobe Safari Lodge Quartier beziehen. Hier haben wir ein wenig Zeit um uns einzurichten und zu essen, bevor es im Programm weitergeht. Allerdings treibt die Ungeduld von Annette uns schnell wieder in die Hotelanlage. Man könnte ja etwas verpassen! Das geht ja gar nicht. Also, Nickerchen adé und weiter im Text!

In dem großzügig angelegten Terrain der Lodge finden wir allerlei Getier. Affen springen balgend umher, Antilopen lassen uns bis auf 5 Schritt an sich herankommen und direkt vor dem Eingang zu unserem Gebäude wälzen sich ein paar Warzenschweine. Offensichtlich sind die Tiere die Nähe von Menschen gewohnt und zeigen so keinerlei Scheu.

Für den Nachmittag ist eine Flusssafari auf dem Chobe River geplant. Als wir unser Boot erreichen, sichern wir uns gleich einen Platz auf dem Dach, da man hier den besten Rundumblick auf alles hat. Der Preis, den wir dafür zahlen, ist, dass die Sonne gnadenlos auf uns herab brennt.

Mein Frauchen und ich sollen diese Entscheidung nicht bereuen, denn wir bekommen eine atemberaubende Vielfalt an wilden Tieren präsentiert. Es beginnt mit einem riesigen, faul in der Sonne liegenden Krokodil, in dessen unmittelbarer Nähe ein paar Antilopen grasen. Ob sie sich der drohenden Gefahr bewusst sind? Oder wissen die friedfertigen Hornträger, dass das Ungetüm vielleicht satt ist?

Im Chobe River befinden sich mehrere Inseln und sumpfähnliche Uferlandschaften, die von Elefanten, Flusspferden und Waranen bevölkert werden. Von einem Baum am rechten Ufer steigt gerade ein weißköpfiger Seeadler auf, eine Herde Büffel grast in der Nähe. Ein paar neugierige Mitglieder der Gruppe wenden uns kauend ihre Köpfe zu.

Ein Stück weiter den Fluss hinauf löscht eine Pavianfamilie ihren Durst. Die Youngsters spielen balgend miteinander. Wir entdecken etwas weiter vom Ufer entfernt ein paar Giraffen und da, etwas weiter weg von dieser Gruppe, noch eine andere Ansammlung dieser Spezies, aber mit einer völlig anderen Zeichnung. Ein Kudu mit seinen gedrehten Hörnern schaut mit einem weißen Streifen im Gesicht zu uns herüber.

Auf einer Insel liegt eine Packung dicht aneinandergedrängter Flusspferde schlafend in der warmen Sonne. Nahebei stolziert ein Marabu umher. Hinter dieser Szenerie sind in einiger Entfernung Wasserböcke zu erkennen.

Der Nachmittag schreitet voran und die Sonne senkt sich gemächlich herab. Wir beobachten wie sie langsam eine tiefrote Färbung annimmt. Ein Elefant steht vor dieser Kulisse im seichten Wasser in Ufernähe und trinkt. Er lässt sich nicht von den herannahenden Touristenbooten stören. Es herrscht eine sehr friedliche Atmosphäre. Mein Schätzchen und ich genießen diesen Anblick bei einem Sundowner. Wie üblich nimmt sie einen Cider zu sich, während ich dieses schöne Erlebnis mit einem Gin Tonic abschließe.

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