Fleisch spielt eine ganz besondere Rolle in Namibia. Vegetarische oder gar vegane Küche ist nahezu unbekannt. Grillen oder „Braai“, wie die Einheimischen es nennen, ist sozusagen der Volkssport Nummer eins. Für den kleinen Snack zwischendurch wird statt Mars oder Snickers eher Biltong bevorzugt. Das sind luftgetrocknete Streifen aus Wild- oder Rindfleisch. Insgesamt ist Namibia sehr fleischlastig. Es wächst eben auch nicht viel auf kargem Wüstenboden und Gemüse muss teuer z.B. aus Südafrika importiert werden.
Auf vielen öffentlichen Plätzen oder auf der Veranda der Bungalows, die man als Tourist bezieht, finden sich Grillvorichtungen. In einigen Unterkünften ist es sogar möglich, sich Grillfleisch vom Restaurant bringen zu lassen, um es dann selbst vorzubereiten, anstatt am abendlichen Diner mit den anderen Gästen teilzunehmen.
Die Auswahl an Grillbarem ist in der Regel in Restaurants und Lodges groß. Den Reisenden soll es an nichts mangeln. Es gibt Fleisch vom Gnu, vom Kudu oder Springbok, sowie vom Zebra, der Oryxantilope oder dem Strauß. Aber auch Rind, Schwein und Geflügel gehören zum Angebot.
Leider habe ich oftmals die Erfahrung gemacht, dass die Leckereien sehr zäh sind und das Kauen zu einem langwierigen Geschäft wird. Ich frage mich nun, woran das wohl liegen mag.
Liegt es daran, dass das Wild zu Lebzeiten durchtrainiert und sehnig war, um im Sprint gegebenenfalls einem Geparden oder Löwen entkommen zu können? Oder haben die Grillweltmeister aus Südwestafrika keine Ahnung was „medium“ bedeutet? Oder habe ich (und andere Mitreisende) einfach nur sagenhaftes Pech gehabt?
Vielleicht hat der geneigte Leser eine befriedigende Antwort? Es würde mich freuen!