Nach unserer Ankunft im Hotel, beziehen wir schnell unser Zimmer um die Anlage zu erkunden. Unser erster Gang führt zurück an die Rezeption, wo wir das imposante Makuti-Dach bestaunen. Im Gebälk hoch über uns turnt ein Affe.

Wir fragen nach den Essenszeiten, wo man seine Wertsachen verschließen kann und wo man ein Taxi finden kann. Das Übliche halt. „Wer managt das Hotel?“ fragt meine Frau die etwas genervt dreinblickende Angestellte hinter dem Empfangsthresen, die in irgendwelchen Papieren stöbert. Der Geschäftsführer stammt aus Indien, zumindest seine Vorfahren, sagt sie knapp und blickt wieder auf ihre Papiere.
Tatsächlich sieht man auch unter den Gästen einige Inder. Das Hotel ist fast leer, weil die Touristen ausbleiben. Am Pool treffen wir ein paar Europäer. Die meisten davon stammen aus Deutschland. Ein älteres Paar sitzt an der Poolbar und schlürft „Sex on the Beach“. „Seit ihr auch aus Deutschland?“ werden wir in sächsischem Dialekt begrüßt. Ja, sagen wir, „gerade angekommen!“ und schlendern vorbei.
Die Anlage sieht gepflegt aus. Auf einem Stein sitzt bewegungslos eine Eidechse und sonnt sich. Es gibt eine große Liegewiese, die von drei Seiten von den Hotelgebäuden eingerahmt ist. Die vierte Seite ist offen und zeigt Richtung Meer. Auf einer Liege hockt ein Affe und kramt in einer Bade-Tasche. Er findet ein Buch und fängt an zu blättern. Fast könnte man glauben er könne lesen. Doch er hält das Buch falsch herum.
Wir schlendern weiter. Auf der Wiese wachsen bunte Bourgainville-Büsche, Palmen und Aloe Vera und wenn man Richtung Strand läuft, kommt man an einem gewaltigen, fast 500 Jahre alten Baobab-Baum vorbei. Wir schauen hinauf. Durch die Blätter beobachten wir eine Familie von Colobus-Affen, die gerade gegenseitige Fellpflege betreibt.
Hinter dem Baobab liegt die Frühstücksterrasse, dahinter eine überdachte Veranda im Makuti-Stil. Unter diesem Dach werden allmorgendlich auf Tellern und Schüsseln die verschiedensten Spezereien kredenzt. Ein paar Schritte entfernt geht es über eine Treppe hinauf zu einem weiteren Makuti-Bau. Hier wird es das Abendessen geben. Auf dem Weg dorthin kreuzt ein riesiger Tausendfüssler unseren Weg.
Nachdem wir auch noch den Tischtennisraum entdeckt haben, machen wir uns auf den Weg zurück ins Zimmer. Die Anreise war anstrengend und wir haben uns entschieden vor dem Abendessen noch ein wenig auszuruhen.

Als wir das Zimmer betreten, sehen wir hinter der (zum Glück geschlossenen) Balkontür einen Affen warten, der schon spitz gekriegt hat, dass es hier neue Gäste gibt. Er drückt die Nase an der Scheibe platt und späht umher bis er uns entdeckt hat. Durch Klopfen und Schreien fordert er nachdrücklich Einlass. Wir machen die Vorhänge zu und es wird augenblicklich still.
Ein paar Stunden Schlaf tun jetzt gut!